Eppingen


27. September 1846 – ein neun Tage andauernder Großbrand, ausgebrochen im Gasthaus „Krone“ in der „Brettener Vorstadt“, bei welchem zwischen Brettener Straße und Wilhelmstraße insgesamt 31 Gebäude niederbrannten, war der Startschuss zur Gründung einer „Feuerwehr“. Nach dem Vorbild des 1846 in Durlach gebildeten Pompier-Corps beschloss der Eppinger Gemeinderat dortiges Konzept zu übernehmen und entschloss sich darüber hinaus zum Kauf einer neuen Spritze von Karl Metz. Am 15. August 1847, so steht es in den Büchern geschrieben, wurde Werkmeister Franz Herr zum Kommandanten des 27-köpfigen Eppinger Pompier-Corps gewählt – somit ist die Eppinger Wehr nach Durlach einer der ältesten Feuerwehr Badens. 
      
Das über die Jahre hinweg mittlerweile auf über 140 Mitglieder gewachsene Corps musste mit Beginn des ersten Weltkrieges kräftig an Manneskraft einbüßen. 1916 waren rund 100 Männer an die Front gerufen worden, so dass das Corps nicht mehr in der Lage war alle im Einsatz benötigten Gerätschaften zu bedienen. Um den Brandschutz dennoch aufrecht zu erhalten lies der damalige Kommandant Fesser über das Bürgermeisteramt alle noch verfügbaren Jungen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren – ca. 40 an der Zahl – in das Corps berufen.

1934 wurde die erste Motorspritze zum Preis von 3.200 Reichsmark beschafft, bevor sich mit dem Jahre 1936 das vereinsmäßig organisierte „Freiwillige Feuerwehrwesen“ entscheidend änderte – alle Wehren wurden der örtlichen Polizeiverwaltung unterstellt und agierten fortan als „Löschpolizei“, was auch im „äußeren“ Erscheinungsbild ersichtlich wurde.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges begann bei den Feuerwehren, verursacht durch ständig zunehmende Einberufungen, eine Phase bedrohlich zurückgehender Mannschaftsstärke, was dazu führte, dass ab 1943 erstmals Frauen und Mädchen Brandschutzdienst leisten mussten.
  
Nach dem zweiten Weltkrieg war es dem Eppinger Bürgermeister Jakob Dörr wichtig, die Feuerwehr schnellstens wieder zu aktivieren. Jedoch folgten seinem Aufruf nur enttäuschende 50 Männer und Kommandant Heinrich Stroh leitete Schritt für Schritt den Wiederaufbau der Wehr ein. 1949 erhielt die Eppinger Wehr – nur rund 14 Tage nach der Bestellung – ihr erstes motorbetriebenes, jedoch ohne Blaulicht und Martinshorn ausgestattetes Löschfahrzeug LF15 zum Preis von 25.864 DM.
  
Im Jahre 1962 bezog die Eppinger Wehr ihr heutiges Gerätehaus, welches zuvor als Gefängnis genutzt wurde. Bis dahin waren sämtliche Gerätschaften in der ehemaligen Kelter direkt hinter dem alten Rathaus untergebracht und von dort zum Einsatzort gebracht.

1997 feierte die Eppinger Wehr unter Kommandant Reinhard Frank ihr 150-jähriges Bestehen und konnte im selben Jahr den Erweiterungsbau des Gerätehauses einweihen.  

Schon heute fiebert die mittlerweile größte Rettungsorganisation im Landkreis Heilbronn ihrem 175-jährigen Bestehen im Jahre 2022 entgegen...