Bericht: Brandbekämpfung wird digital


Gesamtwehr, am 01.09.2020 um 13.21 Uhr


Gesamtwehr

Feuerwehr entwickelt Apps, die die Vorbereitung auf Einsätze erleichtern – Gebäude- und Geländepläne auf dem Tablet

Von Nicole Theuer

Die Digitalisierung schreitet voran und macht auch vor der Freiwilligen Feuerwehr Eppingen nicht Halt.
„Wir wollen uns in Sachen Digitalisierung anders und breiter aufstellen“, macht Kommandant Thomas
Blösch deutlich. „Mit dem Thema beschäftigen wir uns schon länger“, ergänzt Steffen Dech. „Durch die
Zwangspause der vergangenen Monate haben wir dieses Thema schneller vorangetrieben als geplant“,
so der IT-Fachmann.

Karten Gestalt nahmen die Digitalisierungspläne an, als die Wehr von der Stadt zwei Tablets gespendet bekam. Danach wurden 130 Firmen in der Kernstadt und ihren Stadtteilen
angeschrieben, um aktuelle Pläne von ihren Gebäuden zu erhalten. „Bisher lagen uns von den Objekten
analoge Pläne vor, die im Einsatzleitwagen aufbewahrt worden sind“, so Blösch. „Diese Feuerwehrpläne
sind für uns im Ernstfall ganz wichtig, denn sie sind entscheidend für unsre Einsatztaktik“, erklärt der
Kommandant. Dabei geht es um die Kenntnis, was die Feuerwehrleute im Gebäude erwartet.  "Beispielsweise verfügen viele Serverräume über Kohlenmonoxidlöscheinrichtungen. Wenn ein solcher Raum von uns ohne Atemschutz betreten wird, wird man sofort bewusstlos.“ Daneben
lagerten in den Firmen oft Utensilien, die für den Fortbestand der Firma unabdingbar sind. Die gilt es
zu schützen, damit die Firma nach einem Einsatz auch weiterhin arbeitsfähig ist. Ein weiteres Thema
sind Gefahrenstoffe. Welche Stoffe wo und in welcher Menge gelagert sind, kann entscheidend sein. Wenn es ernst wird, nimmt der Einsatzleiter das Tablet mit, um den Ort zu erkunden. Bevor die neuen Gebäudepläne – neben Firmen auch von Pflegeeinrichtungen und öffentlichen Gebäuden – in die neue App eingespielt werden, prüfen die Feuerwehrleute sie. Anschließend werden die Firmen aufgefordert, zwei analoge, wasserfeste Pläne sowie einen Plan auf einem mobilen Datenträger einzusenden.
Denn wenn einmal das Internet oder das Gerät ausfällt, ist es wichtig, dass die Wehrleute trotzdem
etwas in der Hand halten. Die digitalen Pläne werden dann am PC aufgearbeitet und in einer eigenen
Cloud gespeichert. Dech verdeutlicht: „Wir wollen jederzeit die Hoheit über die Daten haben.“
Thomas Blösch bezeichnet die Digitalisierung als „enorme Erleichterung“. Blösch ergänzt: „Für die
besonderen Objekte haben wir inzwischen eine Ersteinsatzkarte und To-Do-Listen erstellt.“ Diese gibt es
auch zweifach: analog und digital.

Kataster Die Feuerwehr entwickelt gerade noch eine weitere App: Der
sogenannte Ikat bietet eine Ansicht des Katasters im Einsatzgebiet. Neben der Kernstadt gibt es diese
Stadtpläne auch von den Stadtteilen und von Gemmingen, Schwaigern und Ittlingen. Auf dieser Karte, zeigt Dech, sind Objekte wie Firmen markiert und mit wichtigen Informationen hinterlegt. In dieser App ist auch eine weitere Karte hinterlegt, die Informationen über Wasser- und Gasnetz sowie Wasserschutzgebiete bietet. „Schon auf der Anfahrt kann sich der Einsatzleiter damit befassen,
das erleichtert die Arbeit enorm“, sagt Blösch. Er ist stolz: „Wir nehmen durch die Nutzung
dieser Apps eine Vorreiterrolle ein.“ Komplettiert wird die Digitalisierung von einer sogenannten Geoforcing-App. Sie bietet dem Einsatzleiter verschiedene Informationen, wie viele Kräfte für den Einsatz zur Verfügung stehen oder wie lange die Aktiven bis zum Eintreffen am Feuerwehrhaus brauchen.

 

Helden zeigen Gesicht
Die Freiwillige Feuerwehr Eppingen erhält auch eine neue Rubrik in ihrem Internetauftritt. „Wir möchten
für unsere HomepageKurzporträts unserer Einsatzkräfte einstellen, aber nicht in Schriftform, sondern in
Form von Videos“, erklärt Steffen Dech: „Wir möchten zeigen, wer hinter der Feuerwehr steckt und so Werbung für die Feuerwehr machen.“ Auch in der Öffentlichkeitsarbeit wird die Wehr digital: Einsatzberichte stehen unmittelbar nach den Einsätzen in den sozialen Netzwerken.

 

 

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